Da mein Sohn für ein Jahr in Argentinien studiert, hatte ich einen sehr guten Grund, dem Winter zu entfliehen und Mitte Dezember nach Argentinien zu reisen.
Mein Zielflughafen war Cordoba, wo ich auch ein paar Tage in einem sehr zentralen Hotel an der schönen Plaza de San Martín verbrachte. Während mein Sohn noch studierte, unternahm ich viele tolle Ausflüge ins cordobesische Hinterland mit seinen Sierras und verträumten Dörfern.
Cordoba ist auf alle Fälle einen Zwischenstopp bei einer Argentinien Rundreise wert. Sie ist die zweitgrößte Stadt des Landes und liegt im geografischen Zentrum. Die Universitätsstadt verbindet koloniale Architektur mit modernem Stadtleben und lebendiger Kulturszene.






Von Cordoba aus ging es mit dem Flugzeug weiter nach Iguazú.
Hier haben wir die größten Wasserfälle der Welt sowohl auf der argentinischen als auch auf der brasilianischen Seite besucht. Wenn es die Zeit erlaubt, sollte man sich auf alle Fälle beide Seiten anschauen.
Auf einer Breite von 2,7 km stürzen 275 Wasserfälle mit unglaublicher Wucht bis zu 82 m in die Tiefe. Die gesamte Gegend ist von einem unglaublichen Dröhnen und Nieseltropfen erfüllt.
Wir haben uns für eine geführte Tour entschieden, welche ich auch sehr empfehlen kann, da der Grenzübertritt ohne Hilfe doch sehr mühsam ist.
Die argentinische Seite lädt zu einem intensiven Naturerlebnis ein. Über Stege gelangt man sehr nahe an die Wasserfälle heran. Höhepunkt ist die Garganta del Diablo (Teufelsschlund), wo das Wasser mit enormer Kraft in die Tiefe stürzt.
Von der brasilianischen Seite bietet sich ein einmaliger Panoramablick auf die gesamten Wasserfälle. Ein besonderes Highlight ist die Bootsfahrt, welche ganz nah an die Wasserwand führt. Hier ist klatschnasse Kleidung vorprogrammiert. Dafür kommt man mit breitem Grinsen und voller Adrenalin zurück.
Für mich war es bisher eines der beeindruckendsten Naturschauspiele, welches ich erlebt habe.







Am nächsten Tag haben wir noch den Parque des Aves nahe den brasilianischen Iguazú-Wasserfällen besucht. Der weitläufige, liebevoll gestaltete Vogelpark widmet sich dem Schutz und der Pflege tropischer Vogelarten wie Tukanen, Papageien, Flamingos, etc.

Weiter ging es mit dem Flugzeug nach Buenos Aires. Die Inlandsflüge sind übrigens sehr günstig, wenn man früh genug bucht.
Wir haben die Erkundung mit einem Hop-on/Hop-off-Bus begonnen. Dabei erhält man einen guten Überblick über die verschiedenen Stadtteile, die alle ihren eigenen Charakter haben: San Telmo ist ein Viertel voller Geschichte und Atmosphäre – Kopfstein gepflasterte Straßen, historische Häuser und kleine Cafés prägen die Bild des ältesten Stadtteils Buenos Aires’.
Am Sonntag waren wir auf dem berühmten Markt dort – zwischen Antiquitäten- und Streetfoodständen wird hier auch mal spontan Tango auf der Straße getanzt.
Besonders gut hat uns auch La Boca mit seinen bunten Häusern und dem berühmten Caminito gefallen. Hier ist auch das bekannte Fußballstadion von Boca Juniors, welches wir bei einer interessanten Führung besuchen konnten. Im ganzen Viertel sind die Hausmauern mit den argentinischen Fussballstars Diego Maradonna und Lionel Messi bemalt, die voller Stolz zeigen, wie wichtig Fußball für die Menschen hier ist.
Das Zentrum der Stadt rund um die Plaza de Mayo ist historisch sehr bedeutend. Hier befinden sich einige der wichtigsten Gebäude wie die Casa Rosada, der rosafarbene Präsidentenpalast. Das weiße, auf den Boden gemalte Kopftuch erinnert an die Mütter und Großmütter, die seit 1977 dort donnerstags mit einem Schweigemarsch für die Aufklärung des gewaltsamen, spurlosen Verschwindens ihrer Söhne, Töchter und Enkelkinder während der Militärdiktatur protestieren.
Der Hafen Buenos Aires zeigt mit seiner schönen Uferpromenade, wie modern diese Stadt heute ist.
Ein weiterer Höhepunkt ist Recoleta, bekannt für seinen berühmten Friedhof, auf dem viele bekannte Persönlichkeiten Argentiniens, wie z.B. Evita Perón, begraben sind.
Da wir ja über Heiligabend in Buenos Aires waren, hatten wir uns auf einen Abend in einem tollen Steakhaus gefreut – wir hatten leider nicht bedacht, dass die Argentinier als gläubige Katholiken am Weihnachtsabend nicht arbeiten. Deswegen war es eine Herausforderung, überhaupt ein geöffnetes Lokal zu finden.









Nach einer beeindruckenden Zeit in Argentinien sind wir mit der Fähre nach Montevideo übergesetzt. Die Fahrt dauerte 2,5 Stunden und war sehr angenehm. Hier haben wir auch mit einem Hop-on/Hop-off-Bus gestartet.
Die Hauptstadt Uruguays hat uns überrascht und sehr beeindruckt. Sie wirkt sehr entspannt und ruhig, aber das macht ihren Reiz aus. Wir haben zwei Rundfahrten gebucht – erst durch die historische Stadt mit vielen Kolonialbauten und kleinen Läden. Besonders hervorzuheben ist die Fußgängerzone durch die Ciudad Vieja (Altstadt) mit viel Street Art und entzückenden Cafés.
Die zweite Tour führte uns entlang der kilometerlangen Rambla, die direkt am Meer liegt. Hier trifft sich Jung und Alt beim Joggen, Reden, Mate trinken oder einfach aufs Meerschauen. Beide Touren sind sehr zu empfehlen.
Am nächsten Tag hatten wir wieder eine Ganztagestour nach Punta del Este, einem der gehobensten Badeorte Südamerikas.
Die Stadt ist modern, luxuriös und deutlich vom Tourismus geprägt: Apartmenthäuser, Yachthafen, Boutiquen, breite, goldene Strände und coole Restaurants dominieren das Bild. Vor allem zwei Strände sind von Bedeutung: an der Playa Mansa ist das Wasser ruhig, ideal für Familien; an der Playa Brava gibt es starke Wellen und ist daher ideal für Wassersportler. Dort befindet sich auch das berühmte Wahrzeichen der Stadt: La Mano. Die riesige Hand ragt aus dem Sand und wirkt, als würde sie aus dem Meer auftauchen – eine Warnung an die Schwimmer, die Gefahren des Ozeans ernst zu nehmen.




Mein Fazit ist, dass Uruguay eine nicht entdeckte touristische Perle ist.
Ich habe schon tolle Reisekombinationen im Kopf, die ich gerne an Euch weitergeben möchte. 🙂
Nach diesem wunderbaren Abstecher ging es für uns wieder zurück nach Buenos Aires, um die letzten Tage gemeinsam zu genießen, bevor ich wieder nach Österreich und mein Sohn nach Cordoba (nach einem Abstecher nach Rio de Janeiro über Silvester) zurückkehren werden.
Nach dieser tollen Reise mit vielen interessanten Begegnungen habe ich Lust auf mehr Südamerika – es werden sicher noch viele Reisen dorthin folgen.
Wenn ich Eure Neugier und Reiselust auf diese oder andere Destinationen geweckt habe, meldet Euch gerne bei mir.
Ich habe immer einen tollen Insidertipp für Euch und freue mich auf Eure Anfragen.
Eure mobile Reiseberaterin
Eva Gugglberger